Uro
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Verleih: Ion New Media Verleihstart: 15.11.2007 Verkaufsstart: 30.11.2007 Altersfreigabe: ab 16 Jahren Laufzeit: ca. 100 Min Tonformat: deutsch DD5.1, norwegisch DD5.1 Untertitel: deutsch Extras: Trailer, Deleted Scenes, Interview (Regisseur) |
HP bekommt von der Polizei die Chance seine kriminelle Vergangenheit hinter sich zu lassen. Dazu muss er als Ermittler für eine verdeckt operierende Anti-Drogen-Spezialeinheit namens URO arbeiten. In der brutalen Welt der Dorgenmafia befindet er sich plötzlich in einem Netz aus Lügen und Verrat, dass sowohl von Seiten der Kriminellen als auch der Polizei ausgeht. Als man ihn auf eine alte Freundin aus seiner Vergangenheit ansetzt, wird seine Loyalität auf eine harte Probe gestellt.
Kritik:
Bei dem norweigschen Film "URO" von Stefan Faldbakken handelt es sich keineswegs um die typische "Böser Cop rettet die Welt" Story. Schon in der Eingangssequenz wird klar, wie rauh es in den nächsten knapp 100 Minuten zugehen wird. Gekonnt wird die Polizeiarbeit der Anti-Drogen Einheit in Szene gesetzt. Durch das Spiel mit den verblassten Farben und der dokumentarischen Kameraarbeit wird klug die Tristess des ganzen dargestellt. Dabei wird das Handeln keineswegs glorifiziert sondern eher begleitet. Im Laufe des Filmes wird das Dilemma von Undercover Ermittler Hans Petter (gespielt von Nicolai Cleve Broch), der immer weiter zwischen die Fronten von Polizei und Drogenkartell gerät, immer deutlicher: Diese Ermittlungen führen ihn in seine eigene Vergangenheit, sie stellen eine Reise zu seiner eigenen Identität da. Sein Mentor und Polizeikollege Makker (gespielt von Ingar Helge Gimle) wendet sich mehr und mehr von ihm ab, seine ehemalige Schulfreundin und das Ziel seiner Ermittlungen Mette (gespielt von Ane Dahl Torp) vertraut ihm mehr und mehr. Dabei verschwimmen die Grenzen von Polizeiarbeit, Kriminalität und seinen persönlichen Gefühlen immer mehr.
Die Story des Films porträtiert den Drogenfahnder Hans Petter, der mit sich selbst zu kämpfen hat. Dabei kommt es zu interessanten, immer tiefer werdenden Verwicklungen, die für den Betrachter jedoch nie undurchsichtig werden. Gewalt ist ein essentieller Bestandteil des Films, jedoch wird diese sehr dosiert und nie übertrieben eingesetzt. Die Storyline steht im Vordergrund. Das dokumentarische Look and Feel lässt den Film sehr realistisch wirken, was durch die sehr guten Leistungen der Darsteller, welche wirklich gut ihre Rollen verkörpern, noch verstärkt wird. Bemerkenswert scheint hier, dass mit Nicolai Cleve Broch und Ahmed Zeyan (als Marco) zwei relativ unerfahrene Schauspieler, zumindest was Film angeht, in Hauptrollen besetzt wurden. Ane Dahl Torp weiss sowohl schauspielerisch (im Vorfeld der Dreharbeiten traf sie sich u.a. mit einem Heroinsüchtigen, um sich in ihre Rolle "reinzuleben") als auch optisch zu glänzen (schließlich war sie 2004 "Sexiest Woman" in Norwegen). Bjørn Floberg (als Frank) kann allein mit seinem Auftreten den Drogenbaron exzellent verkörpern. Vermutlich ist dies auf die akribische Vorarbeit von Stefan Faldbakken zurück zuführen, der weit vor der eigentlichen Produktion mit der Osloer Drogenpolizei auf Streife fuhr und zu diesem Zeitpunkt auch bereits alle Rollen besetzt hatte, mit der Bedingung, jeder Schauspieler müsse 100% in seiner Rolle aufgehen können.
Fazit:
URO ist kein einfach gestrickter "Gut gegen Böse" Streifen. Vielmehr ist URO ein verstrickter Polizei-Thriller, indem Gut und Böse nicht eindeutig zu erkennen sind und der mehr durch seine Geschichte als durch Action, welche wohl dosiert ist, brilliert. Der verblüffende Realismus und das schonungslose, rauhe Setting packen den Zuschauer und lassen ihn erst gegen Ende wieder los.
Bewertung: 8/10
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